Unsere Frühjahrsreise starten wir bei durchwachsenem Wetter gen Osten. Die erste Station ist in Thüringen, wo in Mittelsdorf das alljährliche Autorentreffen des WOMO-Verlages stattfindet. Da wir den Osterreiseverkehr vermeiden möchten, geht es bereits einen Tag früher los und wir kommen auch ohne Stau und große Verzögerungen voran.
Quartier beziehen wir zunächst auf einem großen Wanderparkplatz beim Aussichtspunkt Noahs Segel auf rund 800 Metern Höhe. Zum Unterhalt des Parkplatzes wird eine Gebühr von 1 € für 24 Stunden verlangt, die wir gerne bezahlen. Nach einem kurzen Spaziergang zum Aussichtsturm – hier oben weht uns tatsächlich ein eisiger Wind um die Nase – geht’s zurück in den inzwischen mollig warmen Mumin.
Die Nacht hier oben war SEHR ruhig und bis zum Nachmittag begegnen wir tatsächlich keiner Menschenseele. Nur der Wach- und Schließdienst des Aussichtsturmes fährt vorbei. Das Wetter ist immer noch bedeckt, aber zwischendurch blinzelt auch die Sonne durch und der Wind hat nachgelassen. Somit unternehmen wir auf Vorschlag unserer Verlagschefin die kleine Familien-Rundwanderung um Noahs Segel. Sehr gemütlich und interessant aufbereitet mit verschiedenen Lehrtafeln, an denen auch wir noch Neues zur Flora, Fauna und der Landschaft hier erfahren.
Am Nachmittag fahren wir hinunter nach Mittelsdorf, wo nach und nach unsere Autorenkolleginnen und -kollegen eintrudeln. Der Abend gestaltet sich wie immer mit einem gemütlichen Beisammensein, zu dem jeder etwas zu einem kulinarischen Buffet beiträgt. Ob aus seiner Heimat oder aber den jeweiligen Recherche-Ländern, in denen man unterwegs ist.
Der Samstag steht dann bei winterlichem Usselwetter ganz im Zeichen der Arbeit und des Austauschs zum Verlagsgeschehen und den diversen Punkten bei der Gestaltung unserer Reiseführer. Wir können auch einen Blick auf die ersten Druckfahnen unseres neuen Marokko-Buches werfen. Immer wieder ein erhebendes Gefühl.
Da Schnee und Kälte nur zum Bratwurst-Grillen nach draußen lockt, gibt es diesmal außer den Essenspausen kein Alternativprogramm.
Nach einem gemeinsamen Sonntagsfrühstück geht es für uns weiter nach Bayern und an die tschechische Grenze nach Neualbenreuth in der Oberpfalz. Dort beziehen wir Quartier auf dem bereits bewährten Stellplatz am Sibyllenbad. Auch diesmal funktioniert alles perfekt. Von der Anmeldung über den Brötchenservice bis hin zur ermäßigten Eintrittskarte in die Thermenlandschaft.
Da das Wetter weiterhin winterlich ungemütlich mit Regen-, Schnee- und Graupelschauern ist, verbringen wir den Montag erholsam in der warmen Therme. Der Dienstag gestaltet sich bereits ein wenig besser. Somit starten wir mit einem Spaziergang, der sich zur 9 Kilometer langen Wanderung mit 13.000 Schritten auswächst, in den Recherchemodus. Wir erkunden den tschechischen Grenzübergang nach Doubrava, steigen hinauf zum Grenzlandturm und beenden den Tag im Minigolf-Stüberl mit dem ebenfalls bewährten »Schniposa«. Das Kronfleisch gibt es leider nur freitags auf der Karte und dazu haben wir eine kleine Anekdote.
Kronfleisch - Delikatesse oder Hundefutter?
Bei unserem letzten Besuch in Neualbenreuth kamen wir in den Genuss des »Kronfleisches«. Auf Nachfrage, was das denn ist, erhielten wir die Auskunft, dass es sich um ein Stück Rindfleisch handle, das zu den Innereien zähle. Es ist das Muskelfleisch des Zwerchfells, welches die Brust vom Bauchraum trennt. Das Besondere daran ist, dass es mager, absolut fettfrei und damit gut für kalorienreduzierte Ernährung ist.
Serviert wird es entweder in der Brühe mit Wurzelgemüse, also ähnlich dem Siedfleisch, oder gebraten mit Zwiebeln, Kräuterbutter und Meerrettich.
Wir fanden es damals so lecker, dass wir bei unserem heimischen Metzger nach diesem Kronfleisch fragten. Dort wurden wir sehr verständnislos angeschaut und gefragt, wo und ob wir das gegessen hätten. In Baden-Württemberg dürfen die Metzger dieses Stück Fleisch wohl nicht verkaufen und es wird zu Hundefutter verarbeitet… Im nächsten Leben werde ich wohl Hund 😉
Das war’s fürs Erste. Unsere Reise geht weiter in Tschechien, wo wir bereits einige interessante Orte besuchen konnten. Bleibt uns gewogen.