Einfach mal raus - diesmal mit dem Rad

Für unsere  Radtouren und kleinen Wanderungen in der Region haben wir die App Komoot für uns entdeckt. Damit lassen sich Touren planen und aufzeichnen oder Tourenvorschläge herunterladen.

So konnten wir schon die eine oder andere Tour in teilweise modifizierter Form abfahren und uns Inspirationen holen. Ich habe mir vorgenommen, hier an dieser Stelle unsere Radtouren ein wenig vorzustellen. Die E-Bikes werden nun notgedrungen häufiger zum Einsatz kommen ;)


Rund um den ehemaligen Truppenübungsplatz Münsingen

Diesmal werden die E-Bikes auf den neuen Fahrradträger am Auto gepackt und wir fahren nach Münsingen. Hier wollen wir eine Tour durch das Biosphärengebiet und den ehemaligen Truppenübungsplatz unternehmen. Vor einigen Jahren waren wir schon einmal hier, allerdings mit einer geführten E-Bike-Tour. Mal sehen, ob wir die Runde wiederfinden. Doch eigentlich ist das kein Problem. Auf der Homepage der Tourismusgemeinschaft Münsingen sind zahlreiche Wanderungen und Radtouren beschrieben. Man kann die GPS-Daten herunterladen und der Import in unsere Outdoor-App Komoot klappt wunderbar. Somit können wir offline verfolgen, ob wir noch auf dem richtigen Weg sind. Zudem sind die Wege hervorragend beschildert. Verirren ist nahezu unmöglich ;)

Ausgehend vom Mobilitätszentrum am Bahnhof in Münsingen können wir also starten. Hier gibt's Parkplätze und eine Übersichtskarte zu den ausgeschilderten Touren.

Wir können sogar noch ein besonderes Schauspiel erleben. Die historischen Dampfzüge werden aus den Schuppen befreit und demnächst dürfen durch die Corona-Lockerungen hier wohl wieder Dampfzugfahrten der Schwäbischen Alb-Bahn durchgeführt werden. Zu den Fahrplänen gibt es ebenfalls Infos auf der oben verlinkten Tourismusseite.

Wir starten unsere Tour bei wunderschönem Radelwetter. Die Vormittagstemperaturen hier oben auf der Schwäbischen Alb sind zwar noch ein wenig frisch, aber unser Weg geht jetzt erstmal ordentlich bergauf. Beim Alten Lager in Münsingen-Auingen informiert das Biosphärenzentrum anschaulich über die Region. Man sitzt hier sprichwörtlich in den Startlöchern und wartet nach der Corona-bedingten Schließzeit auf die ersten Besucher. Wir radeln weiter und kommen auf das Gelände des ehemaligen Truppenübungsplatzes. Nach der militärischen Nutzung wurde das Gebiet zum Naturschutzgebiet erklärt und ist heute das Herzstück des Biosphärenreservates. Eine wunderbar weitläufige Landschaft, die von großen Schafherden beweidet wird, wie es früher auf der Schwäbischen Alb üblich war. Auch heute sind wir von der Ruhe und Einsamkeit hier beeindruckt. Nur die zurückkehrenden Motorsegler stören ein wenig die Idylle.

Wir statten dem verlassenen Dorf Gruorn einen Besuch ab. Auch hier sind die Corona-Lockerungen zu spüren. Das Café/Restaurant im Alten Schulhaus, welches ebenso wie die Dorfkirche noch erhalten ist, wurde gerade geöffnet und wir können eine Rast unter schattigen Bäumen einlegen. Dann geht's weiter, vorbei am (leider geschlossenen) Aussichtsturm und wieder aus dem Truppenübungsplatz hinaus. Durch ein idyllisches Tal gelangen wir in stetigem Auf und Ab schließlich zu einem Aussichtspunkt mit Blick hinunter ins Seeburger Tal. Wunderschön!

Steil geht's nun hinunter nach Seeburg, um dann ziemlich lange und stetig bergauf durch die Trailfinger Schlucht wieder auf die Hochfläche zu gelangen. Vorbei am Ursprung der Erms sind wir nun froh um unsere E-Bikes. Gegen Ende unserer Tour sind wir schon ziemlich groggy und schalten nun einfach den Turbogang zu. Trotzdem sind wir oben erstmal etwas außer Puste. Ab jetzt geht es aber nur noch bergab bis zu unserem Ausgangspunkt nach Münsingen. Am Ende stehen 40 Kilometer auf dem Tacho, wir sind platt aber glücklich. Schön war's und wir können wieder einmal sagen: Daheim im Ländle ist es auch schön! Und das nicht nur in Corona-Zeiten ;)


Kunst Open Air - Schurwaldrunde Vol. II

Inzwischen ist es Mai geworden und noch immer fühlt sich der Frühling anders an als sonst. Corona sorgt weiterhin für einen Ausnahmezustand, doch wir nutzen das frühsommerliche Wetter für Fahrradausflüge direkt ab der Haustür. Und da entdeckten wir auf der Outdoor-App Komoot einen Kunst- und Kulturpfad ganz in unserer Nähe. Als bekennender Fan von Mosaik-Kunst á la Friedensreich Hundertwasser oder Antoni Gaudí sind mir die Werke auf den Schurwaldhöhen sofort ins Auge gefallen. Und somit machen wir uns am ersten Maiwochenende auf den Weg, der diesmal trotz E-Bikes recht sportlich ist. Immerhin gilt es einige Höhenmeter zu absolvieren. Zunächst hinunter ins Filstal, dann über das sehr idyllische Kirnbachtal hinauf bis zum Naturfreundehaus in Lichtenwald-Hegenlohe. Dort erstreckt sind dann auch zwischen den Gemeinden Hegenlohe und Thomashardt der noch relativ neue, 10 Kilometer lange Rundweg "Kunst, Natur und Heimatgeschichte". Ein Teil davon liegt an einem Panoramaweg, der wunderbare Ausblicke auf die Blaue Mauer der Schwäbischen Alb und über die Schurwaldhöhen bietet.

Die Mosaik-Kunstwerke stammen von den beiden Künstlern Angie und René Heinze, deren Wohnhaus in der Ortsmitte von Thomashardt ebenfalls ein richtiger Hingucker ist. Wir haben es sehr genossen, in Zeiten von Corona und geschlossenen Kultureinrichtungen ein wenig Kunst open air genießen zu können.

 

Wir radeln weiter und waren eigentlich der Meinung, dass wir nun oben auf dem höchsten Punkt des Schurwaldes angekommen sind. Doch der Weg von Schlichten nach Oberberken geht durch eine Klinge - erst steil bergab und dann wieder bergauf. Heute schalten wir doch einige Male den Turbo ein ;)

Unterwegs haben sich einige findige Gastronomen etwas einfallen lassen. Da sie ihre Gasthäuser noch geschlossen lassen müssen, wird einfach ein Grill vor das Haus gestellt und den hungrigen Radlern eine stärkende Mahlzeit to go verkauft. Da lassen wir uns natürlich nicht zweimal bitten und greifen bei der frisch gebratenen Roten Wurst gerne zu. #supportyourlocals heißt doch die Devise!

Über Unterberken geht's dann wieder hinunter ins Filstal und wir sind auf derselben Strecke, die wir aus Richtung Osten kommend von unserer ersten Schurwald-Runde bereits kennen. Am Ende stehen 34 Kilometer und 410 Meter bergauf auf dem Display. Die Tour de France rückt damit in greifbare Nähe ;)


Auf den Spuren der Staufer - Schurwaldrunde Vol. I

Mit knapp 50 Kilometern ist es die bislang längste Radtour in diesem Jahr. Sie führt uns zunächst hinunter ins Filstal bis nach Faurndau. Dort beginnt ein Radweg, welcher der ehemaligen Bahntrasse bis nach Schwäbisch Gmünd folgt. Die Bahn wurde einst "Klepperle" oder "Josefle" genannt. An Wochenenden ist dieser idyllische und schön ausgebaute Weg meist stark frequentiert. Gehört er doch zu den sogenannten "Premium-Radwegen". Doch an diesem schönen Vormittag sind wir nahezu alleine unterwegs. Über Rechberghausen gelangen wir nach Birenbach mit seiner wunderschönen, barocken Wallfahrtskirche. Der Sage nach soll im 13. oder 14. Jahrhundert  eine adelige Reiterin an diesem Ort von ihrem Pferd gestürzt sein und sich das Bein gebrochen haben. Durch die Erscheinung eines Engels konnte sie ihren Ritt zurück wieder antreten. Die Adelige gab deshalb aus Dank für ihre Rettung den Bau einer kleinen Wallfahrtskirche in Auftrag.

Weiter geht es bis nach Wäschenbeuren. Dass wir dabei langsam aber stetig immer bergauf strampeln, merken wir mit unseren E-Bikes kaum. Genussradeln pur!

Am Bahnhof in Wäschenbeuren, der heute einen Kindergarten beherbergt, zweigen wir ab in Richtung Wäscherschloss. Wir befinden uns nun auf den Spuren der Staufer. Auch um den Ort Wäschenbeuren und das nahe gelegene Wäscherschloss ranken sich einige Legenden. So soll der Sage nach in Wäschenbeuren die “Hofwäsche” der Hohenstaufen gewesen.

Kaiser Barbarossa gar selbst habe sich - so die Legende - damals aus all den schönen Wäscherinnen eine Geliebte ausgesucht und ihr aus Liebe schließlich die Wäscherburg geschenkt. Wie auch immer - wir radeln durch den netten Ort, wieder einmal durch blühende Streuobstwiesen hinüber zur Wäscherburg und wir haben dabei immer den "Hausberg", den Hohenstaufen im Blick. Einfach nur schön hier.

Wir radeln nun weiter auf dem sogenannten "Kaisersträßle" über die Schurwaldhöhen. Der Schurwald trennt hier das Filstal vom Remstal und wir können schöne Weitblicke genießen. Vorbei an den kleinen Weilern Lindenbronn, Ober- und Unterkirneck, Rattenharz (heißt tatsächlich so) und Börtlingen-Breech kommen wir nach Adelberg. Hier wären das Kloster sowie der Herrenbachstausee zu besichtigen. Doch beides lassen wir heute sprichwörtlich links liegen und fahren weiter bis Ober- und Unterberken. Was uns hier oben auffällt - und was wir bislang so auch nicht wussten - es gibt etliche Wassertürme, die teilweise heute einer neuen Nutzung zugeführt sind. So etwa der grün-weiß-geringelte Wasserturm bei Börtlingen-Breech. Heute ein markanter Aussichtsturm. Man würde dieses Bauwerk wohl eher an der Nord- oder Ostsee verorten. Was uns besonders freut: auch in Corona-Zeiten steht die Tür des Reinhold-Maier-Turmes den Besuchern offen. Und von oben bieten sich wunderschöne Fernblicke auf die "blaue Mauer" der Schwäbischen Alb. Und wir genießen die verdiente Verschnaufpause auf dem Bänkle in luftiger Höhe.

In Unterberken legen wir auf einem Bänkle noch eine letzte Rast ein, bevor es dann wieder bergab in Richtung Heimat geht. Ein Forstweg führt uns hinunter ins idyllische Nassachtal, dem wir bis ins Filstal folgen. Am Ende stehen knapp 50 Kilometer auf unserem Display. Trotz E-Bikes sind wir nun rechtschaffen k.o. Aber schön war's mal wieder und erneut die Erkenntnis: daheim im Ländle gibt's noch viel zu entdecken!


Runde Ebersbach-Hochdorf und zurück

Bei dieser Tour wechseln wir mal wieder den Landkreis und fahren über etwa 24 Kilometer bis nach Hochdorf. Die Wege sind teils bekannt, teils aber auch neues Terrain. Wir können eine wunderbare Obstbaum-Blüte genießen, denn die Streuobstwiesen der Region überbieten sich mit ihrer Blütenpracht. Sozusagen ein "Schwäbisches Hanami".

Irgendwie scheint uns die Natur darüber hinwegzutrösten, dass wir momentan auf so viele liebgewordenen Gewohnheiten und Selbstverständlichkeiten verzichten müssen. Auch wenn gerade nichts mehr so ist, wie es sein soll - auf den Frühling ist in diesem Jahr Verlass.

 

Die Strecke ist keine große Herausforderung. Die Wege sind weitgehend gut asphaltiert, es gibt nur wenige Steigungen und die Runde ist genau richtig, für uns Genuss-Radler.


Runde Ebersbach - Wernau und zurück

Weil es so schön war, dehnten wir die obige Runde bei einer weiteren Tour noch ein Stück aus. Bei Wellingen entdeckten wir einen Abzweig in Richtung Wernau. Wieder einmal neues Terrain und auch diese Strecke eine Neuentdeckung unserer Heimat.

Während die Route uns zunächst wieder durch blühende Landschaften und vorbei an (leider geschlossenen) Biergärten führte, ging es dann durch intensiv nach Bärlauch duftende Wälder hinunter in das Neckartal nach Wernau. Bei Plochingen mündet die Fils in den Neckar und hier stießen wir auf den Filstal-Radweg, dem wir flussaufwärts zurück bis nach Ebersbach folgten. Dieser Streckenabschnitt war dann nicht ganz so reizvoll. Führt er doch entlang von Hauptverkehrswegen zwischen Schnellstraße und Bahngleisen. Auch legten wir diesmal einige Höhenmeter zurück und am Ende standen 31 Kilometer auf dem Display. Trotzdem eine schöne Tour, nach der wir dann aber rechtschaffen k.o. waren.


Er ist's

 

Frühling lässt sein blaues Band

wieder flattern durch die Lüfte.

Süße, wohlbekannte Düfte,

streifen wohlbekannt das Land.

Veilchen träumen schon,

wollen balde kommen.

Horch, von fern ein leiser Harfenton!

Frühling, ja du bist's!

Dich hab ich vernommen!

(Eduard Mörike)

 

Und wieder einmal treibt es uns bei bestem Frühlingswetter hinaus. Diesmal mit den Fahrrädern, mit denen wir unsere nähere Umgebung erkunden. In den letzten Jahren wurde auch bei uns viel für den Ausbau und die Markierung von Radwegen getan. Kreuz und quer durch den Landkreis verläuft ein gut ausgeschildertes Wegenetz, so dass wir direkt vor der Haustür einfach losradeln können.

 

Eine unserer ersten Runden führte uns ins Voralbgebiet, wo demnächst die Obstbäume der Streuobstwiesen in voller Blüte stehen dürften. Bleibt zu hoffen, dass strenge Frostnächte ausbleiben und wir uns auf eine reiche Ernte im Herbst freuen dürfen.

In den Wäldern duftet es nach Bärlauch und die Buschwindröschen bilden einen weißen Blütenteppich. Ja, da kommt unweigerlich das obige Gedicht von Eduard Mörike in den Sinn, das wir in der Schule noch auswendig gelernt haben.


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