Fortsetzung des Reiseberichtes für den spanischen Teil unserer Tour-de-France et d'Espagne 2015 

Der französische Teil des Berichtes ist hier nachzulesen


Mittwoch, 20. Mai 2015: Viva Espana - das spanische Baskenland

Gegen 10.30 Uhr sind wir unterwegs in Richtung Spanien und unseren ausgewählten Campingplatz "Gran Camping" in Zarautz südlich von San Sebastian im Baskenland erreichen wir bereits  zwei Stunden später. Ich muss noch nicht einmal meine spärlichen Spanischkenntnisse hervorkramen - der nette junge Mann spricht Englisch und dirigiert uns nach unkompliziertem Check In mit seinem Motorroller direkt auf unseren Stellplatz für die nächsten Tage.

Der Campingplatz liegt auf einer Klippe über der Bucht von Zarautz. Wir hören den Atlantik unter uns rauschen. Dazu ein toller Blick über die Bucht und der Jakobsweg führt ebenfalls vorbei. Es wäre also alles toll, wenn da nicht das Wetter wäre...... Kalt (12°) und immer wieder Regenschauer. Atlantik eben .....

Should I stay or should I go - die Aussichten für die nächsten Tage sind nicht eben berauschend
Should I stay or should I go - die Aussichten für die nächsten Tage sind nicht eben berauschend

Nach einer Kaffeepause im Wohnwagen mit dem restlichen Nusskuchen aus dem Périgord beschließen wir, zu einer ersten Erkundungsrunde aufzubrechen. Wir fahren etwa 30 Kilometer entlang der Küstenstraße in Richtung Süden bis nach Debra. 

Immer wieder müssen wir anhalten, um die wunderbaren Ausblicke zu genießen. Steile, sattgrüne Abhänge der Pyrenäenausläufer, grüne Wälder, grasende Kühe und unter uns der tosende Atlantik. Das hat schon was!!!

 

Zurück auf dem Campingplatz gibt es einen Apéro, Salat und Foie Gras mit Baguette und Käse sowie die Überlegung, was wir angesichts der schauerlichen Wetterprognosen für die nächsten Tage weiter machen.....

"Should I stay or should I go?"


Donnerstag, 21. Mai 2015: Bilbao und das Guggenheim

Nachdem wir es gestern tatsächlich noch geschafft haben, uns online Karten für das Guggenheim-Museum zu besorgen, steht der Plan für heute fest: auf nach Bilbao!

Unser Fellmonster können wir angesichts bescheidener Temperaturen heute getrost im Wohnwagen lassen. Er scheint sich sogar über die Ruhepause und auf einen verschlafenen Tag zu freuen ;)

Um 10.00 Uhr sind wir bereits auf der Autobahn und in gut einer Stunde sind die 80 Kilometer bei wenig Verkehr geschafft.

Und doch - am Ende will uns unsere Navi-Susi auf eine Ausfahrt der Stadtautobahn lotsen, die es gar nicht mehr gibt. So landen wir etwas unfreiwillig und mangels ordentlicher Beschilderung mitten in Bilbao. Egal, so kommen wir wenigstens in den Genuss einer Stadtrundfahrt ;)

Beim Guggenheim-Museum am Ufer des Rio Nervión finden wir auch gleich einen Parkplatz in der Tiefgarage eines Shopping-Centers und bummeln nun zunächst entlang des Flusses hinüber zum Museum.

Da steht und staunt man nur noch. Der Bau des Star Architekten Frank Owen Gehry ist ein futuristisches Teil, das zurecht auch als "Kathedrale der Kunst" bezeichnet wird.

 

Acht Euro Eintritt haben wir berappt - angesichts dessen was uns erwartet, ein echtes Schnäppchen. Wir müssen nur unser Handy mit dem Barcode vorzeigen und werden eingelassen. Die vorherige Reservierung wäre zwar nicht nötig gewesen - Warteschlangen gibt es heute keine. Aber praktisch ist das schon. 

Drinnen erwartet uns neben eindrucksvoller Architektur eine tolle Schau von Niki de St. Phalle. Ein kompletter Überblick über ihr Schaffen. Einfach der Wahnsinn. 

Und das steht in Wikipedia über das Museo Guggenheim:

 

Das Guggenheim-Museum Bilbao ist ein Kunstmuseum für Moderne Kunst in Bilbao im spanischen Baskenland. Es hat eine Ausstellungsfläche von 11.000 m² und zeigt sowohl eine Dauerausstellung als auch externe Wanderausstellungen. Das Museum ist eines von sieben Guggenheim-Museen der US-amerikanischen Stiftung Solomon R. Guggenheim Foundation....... Das einem Oval ähnliche Gebäude befindet sich in der Innenstadt Bilbaos am Ufer des Flusses Nervión, welcher in die Ria de Bilbao mündet. Architekt ist der kanadisch-US-amerikanische Architekt und Designer Frank O. Gehry. Das Baukonzept wurde 1993 der Solomon R. Guggenheim Foundation vorgestellt. Die Grundsteinlegung erfolgte noch im gleichen Jahr.[1] Das Gebäude wurde 1997 fertiggestellt und ist für seinen dekonstruktivistischen Baustil berühmt. Die Bauzeit betrug vier Jahre. Das Gebäude wurde sowohl in der geplanten Bauzeit als auch im Budgetrahmen errichtet. Das Konstrukt wurde zuvor mit der CAD-Software CATIA berechnet. Das Guggenheim-Museum ist eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. 2001 erhielt es den „Outstanding Structure Award“ der IABSE. Von dem Museumsbauwerk und seinem Einfluss auf die Stadt abgeleitet ist der Begriff Bilbao-Effekt.

Nach der ersten Außen-Begehung sind die Eindrücke im Inneren des Museums nicht minder umwerfend

Erste Bekanntschaft mit den Pintxos

Nach dem beeindruckenden Museums-Rundgang ist eine Einkehr in der Museums-Bar dringend erforderlich. Es gibt hier zwar auch ein Sterne-Restaurant, aber das verkneifen wir uns ;)

Wir genehmigen uns dafür ein Glas Rosé sowie einen Teller Pintxos - so heißen hier im Baskenland die Tapas und die sind wirklich super lecker!!! Danach noch einen Kaffee und wir sind bereit für neue Taten.

Frisch gestärkt machen wir uns also auf den Rückweg nach Zarautz. Dort werden wir bereits von unserem schläfrigen Vierbeiner erwartet, mit dem wir uns nun noch ein wenig die Beine vertreten. Anschließend können wir noch ein Gläschen Sekt im Sonnenschein genießen. Dabei war doch für heute Dauerregen vorher gesagt. Aber wir nehmen gerne wie's kommt und genehmigen uns zum Abschluss dieses schönen Tages ein Abendessen im Restaurant des Campingplatzes. Hier gibt es bodenständig gute und regionale Gerichte. Wir entscheiden uns für Muscheln, Gambas, gegrillten Fisch, Wein und Kaffee zu sehr moderaten Preisen.

Ein toller Sonnenuntergang versöhnt uns dann zum guten Schluss auch noch mit den kalten Temperaturen.


Freitag, 22. Mai 2015: San Sebastian oder Donostia

In die Hauptstadt der Pinxtos

Nach einem gemütlichen Frühstück drinnen machen wir uns auf den kurzen, 20 Kilometer langen Weg nach San Sebastián oder Donostia, wie die Stadt hier im Baskenland heißt.

Auf der Nationalstraße fahren wir durch das idyllische Tal des Orio-Flusses und sind über die mautfreie Stadtautobahn schnell mitten im Zentrum. In einem Parkhaus finden wir auch ein zentrales Plätzchen und machen uns zu Fuß auf den Weg zur Stadterkundung.

San Sebastián - auch Rio de Janeiro des Atlantiks genannt - Sommerfrische für die spanischen Könige und Kulturhaupstadt Europas 2016: braucht's noch mehr????

Dieses Stadt ist wirklich der Knüller!

Und das weiß Wikipedia zur Stadt zu sagen:

Donostia-San Sebastián (baskisch Donostia, Aussprache: [do'nɔɕtja]) ist die Hauptstadt der Provinz Gipuzkoa (span. Guipúzcoa) in der spanischen Autonomen Gemeinschaft Baskenland. Sie liegt ca. 20 km westlich der französischen Grenze im Bogen des Golfs von Biskaya. Die Stadt wurde zur Kulturhauptstadt Europas des Jahres 2016 gewählt und kann bis dahin mit Investitionen von rund 100 Millionen Euro rechnen....... San Sebastián liegt im äußersten Norden der iberischen Halbinsel an der Bucht La Concha (deutsch: Die Muschel), deren Name von ihrer auffälligen Form herrührt. Die Mündung der Bucht wird durch die Felsmassive des Monte Igueldo und des Monte Urgull begrenzt, in der Ausfahrt selbst liegt die kleine Felseninsel Santa Clara. Der weitläufige Bogen der Bucht mit der Strandpromenade und die zwischen La Concha und der Mündung des Flusses Urumea gelegene Parte Vieja und Alderdi Zaharra (deutsch: Altstadt) sind bekannte Touristenattraktionen. Das Klima ist maritim mit milden Wintern und kühlen Sommern.

 

Wir besorgen uns in der Touristen-Information zunächst einen Stadtplan und verschaffen uns einen ersten Überblick über die Stadt.

Der Monte Urgull

Bei unserem Streifzug entdecken wir den Aufstieg zum Monte Urgull mit seiner Festungsanlage und der Christus Statue. Zwar kommen wir jetzt sogar ein wenig ins Schwitzen, aber der Abstecher lohnt sich. Von hier oben aus hat man einen wundervollen Blick auf die Bucht, die Stadt und die dahinter liegenden Berge. Es hat tatsächlich ein bisschen was von Copacabana und Zuckerhut ;)

Der Rückweg in die Stadt führt uns vorbei am Hafen. Und weil es Mittagessenszeit ist, können wir der Versuchung nicht widerstehen, in einem der Fischlokale einzukehren. Wir genehmigen uns das Tagesessen - gebratene Rotbarben mit Bratkartoffeln. Sehr lecker und ein neugieriges Plätzchen zum Beobachten der Passanten. Auch wenn es hier sehr touristisch zu geht ist das Essen doch frisch und preiswert.

Allerdings verzichten wir auf ein Dessert, denn wir möchten später doch noch von den Pintxos naschen, für die San Sebastian berühmt ist. Die Stadt gilt aus Hauptstadt der Leckereien, die in jeder Bar der malerischen Altstadt appetitlich präsentiert werden. Es gibt sogar Wettbewerbe und in der Touristeninformation ist ein Pintxos-Führer erhältlich, der zu den besten Bars der Stadt führt.

Hier, auf dem Plaza de la Constitucion genehmigen wir uns schließlich noch eine Kaffeepause mit einem Teller feiner Pintxos

Am späten Nachmittag machen wir uns schließlich auf den Rückweg. Am Strand können wir an der Promenade noch einem "Sandmaler" zuschauen, wie er mit einem Stock vergängliche Bilder in den Sand zeichnet. Insgesamt ein perfekter Tag, an dem uns - trotz Dauerregen-Prognose der Wetter-App - sogar die Sonne hold ist. 

Nach einer Siesta auf dem Campingplatz machen wir noch eine Abendrunde mit unserem Hund hinunter zu einer ehemaligen Erzmine am Meer unterhalb des Campingplatzes. Hier gab es wohl in vergangenen Zeiten einen Verladekran, mit dem das geförderte Erz über eine Seilbahn auf Schiffe verladen wurde. Ein wichtiger Rohstoff zu Zeiten, als das Baskenland in seiner wirtschaftlichen Blütezeit der Industrialisierung stand.

Der Aufstieg zurück zum Wohnwagen bringt uns dann doch etwas außer Puste. Zum Abendessen gibt es deshalb im Sonnenschein dann nur noch einen kleinen Salat-Imbiss. Für heute haben wir genug gefuttert.

 

Dann schmieden wir weitere Reisepläne. Morgen wollen wir in Richtung Aragón aufbrechen. Zwar gefällt es uns hier im Baskenland sehr gut und ich hätte gerne auch noch die französische Seite sowie einige Orte im Hinterland der Küste besucht, doch die Temperaturen am Atlantik sind absolut im Fröstelbereich. Wir heizen den Wohnwagen abends, um es gemütlich zu haben. Dabei sehnen wir uns nach Sommer und Wärme und dafür stehen die Chancen in der Mitte des Landes etwas besser. Dennoch können wir für diese Region ein absolut positives Fazit ziehen. Spanien, die Spanier und insbesondere die Basken haben wir schon mal in Herz geschlossen.


Samstag, 23. Mai 2015: Viva Espana - Aragón

Abschied vom Atlantik

Heute früh ist es nicht nur kalt, sondern auch mal wieder nass. Wir packen deshalb unsere Siebensachen und ziehen weiter ins Landesinnere. Das ehemalige - und zugleich Europas ältestes - Königreich Aragonien ist unser Ziel. 

268 Kilometer liegen vor uns. Teils Autobahn, teils Nationalstraße. Bis Pamplona müssen wir erst einmal die Pyrenäen überwinden und schrauben uns dafür auf einer nahezu leeren Autobahn von 0 (Meereshöhe am Atlantik) auf über 900 Meter hinauf. Unser Spritverbrauch ist beträchtlich.......

Ein letzter Blick auf unseren Campingplatz, bevor es wieder "on the Road again" geht.

Leider ist die Aussicht hier oben wegen der tief hängenden Wolken eher mäßig und die Temperaturen...... ach, reden wir nicht darüber ;)

Ab Pamplona geht es immer Richtung Osten. Die Autobahnabschnitte sind nagelneu und es herrscht so gut wie kein Verkehr. Dazwischen müssen wir immer wieder auf die Nationalstraße wechseln, die entlang des Yesa-Stausees auch etwas abenteuerlich ist. Kurvig und eng geht es hier zu. 

Wir folgen ein Stück dem spanischen Jakobsweg über Jaca und Sabinangio nach Boltana. Der letzte Streckenabschnitt ist dann Abenteuer pur: eng, kurvig und bergig - aber eine grandiose Landschaft. Zum Glück herrscht an diesem Samstag nachmittag nur wenig Verkehr. Mit unserem Wohnwagen-Gespann kommen wir da nämlich ganz schön ins Schwitzen.

Unbeschadet erreichen wir wir am frühen Nachmittag Boltana und den dortigen Campingplatz. Der erste Eindruck ist perfekt - hier können wir es ein paar Tage aushalten. Blitzsauber, netter Empfang und - wie sich später noch herausstellen wird - ein exzellentes Restaurant.

 

Wir finden ein schönes Plätzchen, es ist sonnig und warm und wir genießen den restlichen Nachmittag faul im Liegestuhl. Dabei planen wir schon mal die nächsten Tage, denn wir wollen den Nationalpark Ordesa y Monte Perdido erkunden.

 

Und das weiß Wikipedia über Boltana zu sagen:

Boltaña (aragonesisch Boltanya) ist ein Ort im Norden der spanischen Provinz Huesca der Region Aragonien. Gemeinsam mit der Gemeinde Aínsa-Sobrarbe ist es Verwaltungs- und Gerichtssitz der Comarca Sobrarbe, wobei Aínsa-Sobrarbe deren wirtschaftliches Zentrum ist. Boltaña hat auf einer Fläche von 139,5 km² derzeit (1. Januar 2014) 1041 Einwohner......

Der Ort liegt auf 643 m Höhe am Unterlauf des Flusses Ara im Zerbillonar-Tal der aragonesischen Vorpyrenäen, einige Kilometer flussabwärts (und damit südwestlich) von Fiscal und dem oberen Broto-Tal des Ara. Es liegt am Fuß des Berges San Martín, auf dem sich die Ruinen einer ursprünglich von den Arabern vor dem 10. Jahrhundert errichteten Festung befinden, der Burg von Boltaña, die irrtümlicherweise auch „Burg der Grafen von Sobrarbe“ genannt wird, obwohl sie nie als Herrschaftssitz der christlichen Grafschaft Sobrarbe diente.

 

Linksseitig des Flusses befindet sich die Schlucht von Cañimás, auf deren einer Seite San Vicente de Labuerda, der zweitwichtigste Ort der Gemeinde Labuerda, liegt und auf der anderen Moriello de Sampietro, ein verlassenes Dorf am Abschluss des Bio-Tals, das zu Boltaña gehört.

 

Wir genehmigen uns zum Abschluss des Reisetages ein Abendessen im Campingplatz-Restaurant "ARA". Eine wirkliche Überraschung, denn hier verwöhnt ein aufstrebender Jungkoch seine Gäste mit leckeren Spezialitäten aus der Region. Wer's lieber traditionell mag, der bekommt natürlich auch eine Pizza oder Sandwiches. Wir entscheiden uns jedoch für ein Menü mit Lamm und Forelle aus Aragonien. SEHR lecker und das auch noch zu sehr moderaten Preisen. Ich denke, hier bleibt die Campingküche für ein paar Tage kalt ;)

Bei diesen leckeren Gerichten können wir die nächsten Tage getrost auf die Campingküche verzichten


Sonntag, 24. Mai 2015: Torla und der Nationalpark Ordesa y Monte Perdido - Wandertag Teil 1

Heute - am Pfingstsonntag - werden die Wanderstiefel geschnürt. Das Wetter ist wunderbar und nach einem Frühstück mit Pain de Chocolat und Baguette (zur Erinnerung: wir sind in Spanien) machen wir uns auf die etwa 45 Kilometer lange Strecke nach Torla. Torla gilt als Tor zum Nationalpark Ordesa y Monte Perdido

 

Im Besucherzentrum vor der kleinen Gemeinde Torla erhalten wir einige Informationen zu Wanderrouten im Park. Hier ist auch ein riesiger Parkplatz, denn in der Hochsaison ist die Zufahrt  für den Verkehr gesperrrt. 1800 Besucher täglich sind das Maximum. Dann erreicht man nur mit Pendelbussen die einzelnen Ausgangspunkte. Wir dürfen jedoch noch acht Kilometer weiter zu einem zentralen Parkplatz im Valle Ordesa fahren. 

Der Nationalpark Ordesa y Monte Perdido, kurz auch Ordesa-Nationalpark, ist ein Nationalpark in den spanischen Pyrenäen in der Provinz Huesca.

Er wurde am 16. August 1918 zum Nationalpark erklärt und ist damit der älteste in den Pyrenäen. Teil des Nationalparks ist der 3.355 m hohe Monte Perdido, der seit 1997 zum UNESCO-Welterbe gehört. Der Nationalpark in seiner jetzigen Größe besteht seit einer Erweiterung 13. Juli 1982 und erstreckt sich auf einer Fläche von 15.608 Hektar und verteilt sich auf die Gemeinden Torla (2.315 ha), Fanlo (8.265 ha), Tella-Sin (731 ha), Puértolas (2.473 ha) und Bielsa (1.824 ha). An der Nordgrenze des Nationalparks liegt der noch ausgedehntere französische Nationalpark Pyrenäen. Rund 600.000 Menschen besuchen den Nationalpark Ordesa y Monte Perdido pro Jahr.

 

Der Nationalpark verfügt über eine einzigartige Fauna und Flora, so finden sich die tiefsten Schluchten des Kontinents mit bizarren Felsformationen, die an den Grand Canyon erinnern, allerdings mit reichlich Vegetation. Es finden sich viele Pflanzen- und Tierarten, die in weiten Teilen Europas bereits ausgestorben sind, wie der Braunbär oder der Schmutzgeier.

[Quelle: Wikipedia]

In Torla liegt auch der zweite Campingplatz, den wir auf dem Radar hatten. Wir sind jedoch froh um unseren Standort in Boltana, denn dort sind wir einfach flexibler und vor allem ist es in Boltana glatt zehn Grad wärmer als hier oben in den Bergen.

 

Doch nun zu unserer Wanderung: 

wir sind auf der Klassiker-Route unterwegs, die uns vom Valle Ordesa entlang des Rio Arazas durch Wiesen und Weiden, Wälder und vorbei an tosenden Wasserfällen führt. Ein tolles Panorama inklusive. Wir arbeiten uns bis zu den Gradas de Soaso hinauf. Drei Stunden lang sind wir mit Stopps und viel Schauen und Staunen unterwegs, bevor wir uns wieder auf den Rückweg machen. 

Als wir wieder an unserem Auto sind, dürften es lockere 12 bis 15 Kilometer und etwa 500 Höhenmeter gewesen sein, die hinter uns liegen. Jedenfalls sind wir reichlich groggy von dieser ersten Tour, weshalb wir uns zum Abschluss dieses wunderschönen Tages nochmals eine Einkehr im Campingplatz-Restaurant genehmigen. Heute gibt es eine leckere Käseplatte, Lamm vom Grill, Spanferkel und ein Schokoküchlein mit Veilcheneis :)


Montag, 25. Mai 2015: Ins Valle de Pineta - Wandertag Teil 2

Weil es gestern so schön war und wir dem Muskelkater entgegen wirken möchten, geht es heute gleich nochmal auf Wandertour. Diesmal fahren wir rund 52 Kilometer nach Norden in Richtung Frankreich. Über Ainsa und das Valle Cinca haben wir schon einmal eine sehr beeindruckende Anfahrt bis nach Bielsa. Hier zweigt das Valle de Pineta ab, das in einem gigantischen Felskessel endet. Außer einem Parkplatz und einem Parador-Hotel auf etwa 1.200 Metern Höhe gibt es hier Natur pur. Überragt wird der Talkessel von einigen 3.000ern. Hochalpine Regionen also, in denen wir Flachland-Tiroler uns bewegen.

Die Llanos de La Larri

Wir wählen den gemäßigten Aufstieg zur La Larri Hochebene. Vorbei an mächtigen Wasserfällen geht es anderthalb Stunden über 340 Höhenmeter hinauf. Die Landschaft ist einfach nur grandios und faszinierend. Unterwegs begegnen wir einem verdächtig zutraulichen Fuchs. Ob er wohl krank oder nur von den ersten Wanderern dieses Frühjahres überrascht ist ? Wir wollen das gar nicht genauer wissen, sondern sind froh, dass er sich beim Anblick unseres Vierbeiners doch auf und davon macht.

Die Hochebene La Larri

Auf der Hochebene - ein weiterer Talkessel, der von den mächtigen Gletschern geschaffen wurde, muss sich unser Fellmonster gegen allzu aufdringliche und neugierige Kühe zur Wehr setzen. Sehr zum Vergnügen einer französischen Wandergruppe, die hier Mittagsrast macht.

Auch wir suchen uns ein schattiges Plätzchen für eine Pause, um uns dann wieder auf den Rückweg zu machen.

Diesmal wählen wir einen schmalen Pfad über etliche Stufen entlang des La Larri Wasserfalls. Abenteuer pur und unten zittern uns dann von der Anstrengung doch ein wenig die Knie. Rauf war's einfacher ;)

Auf der Rückfahrt entdecke ich in Ainsa noch einen kleinen Spezereien-Laden und decke uns mit mit Wein, Käse, Obst und Brot für das Abendessen ein. Hier unten im Tal kratzt das Thermometer an der 30 Grad Marke während wir in den Bergen heute perfekte Wanderbedingungen hatten.

Der Rest des Tages wird gemütlich im Liegestuhl verbracht um unsere müden Knochen zu schonen.


Dienstag, 26. Mai 2015: Ainsa - Hauptstadt des Königreiches Sobrarbe

Das Wetter ist uns weiterhin hold. Blauer Himmel, Sonne, gemäßigte Temperaturen um die 25 Grad. Herz, was willst du mehr ;)

 

Heute plagt uns allerdings ein leichter Muskelkater und wir beschließen, einen Erholungstag einzulegen. Am Vormittag fahren wir ins nur sechs Kilometer entfernte Ainsa. Ehemals Hauptstadt des alten Königreiches Sobrarbe, heute Handelszentrum am Knotenpunkt der wichtigen Straßen N260 und A138. 

Während die "Unterstadt" eher mäßig interessant, laut und verkehrsdurchflutet ist, liegt das eigentliche Herzstück auf einem Hügel. Wir bummeln durch die malerische Altstadt mit ihren engen Gassen, genießen die Aussicht auf Pyrenäengipfel und den Mediano-Stausee, trinken Kaffee auf der mit Arkaden umsäumten Plaza Mayor. Einfach nur schön hier :)

 

In der Unterstadt ist heute Markttag und wir erstehen noch ein wenig frisches Obst und die ersten Kirschen dieses Jahres.

Den Nachmittag verbringen wir faul im Liegestuhl, genießen den Schatten unter den Bäumen und lesen in unseren Büchern.

Zum Abendessen gibt es heute gegrillte Steaks mit Salat und Käse. Danach genehmigen wir uns noch einen Absacker in der Bar, wo wir noch ein wenig mit unseren Lieben zuhause chatten. Den lauen Sommerabend können wir noch bis Mitternacht vor unserem Wohnwagen verbringen.


Mittwoch, 27. Mai 2015: Die HU 631 - spektakulärste Straße der Pyrenäen

Unseren letzten Tag in Spanien verbringen wir heute nochmal mit einer Rundfahrt. Wir nehmen uns die laut Reiseführer "spektakulärste Straße der Pyrenäen" vor: die HU 631 ab Escalona. Im Sommer nur im Einbahnverkehr geöffnet haben wir heute - zum Glück - freie Fahrt. 

12 Kilometer geht es durch die Schlucht "Desfiladero de Vellos" - ein wahrlich atemberaubendes Stück Wegstrecke. Mit Tempo 20 tuckern wir auf der engen Straße dahin und kommen aus dem Schauen und Staunen gar nicht mehr heraus. Gegenverkehr haben wir zum Glück heute keinen ;)

Das Valle Anisclo

Am Eingang zum Valle Anisclo ist ein Parkplatz mit Ranger-Häuschen und wir starten zu einer kleinen Wanderung rund um die Einsiedelei San Urbez in der Anisclo-Schlucht. Auch hier wieder grandiose Eindrücke. Unterwegs beobachten wir einige Greifvögel - sind es vielleicht sogar Adler ???? - an ihrem Horst hoch oben in einer Felswand.

Die Rückfahrt ist zwar weniger Spektakulär, aber durch die vielen Kurven nicht minder aufregend. 

Am späten Nachmittag sind wir zurück auf dem Campingplatz und lassen den Rest des Tages im Liegestuhl ausklingen. Zum Abendessen geht es nochmals ins Restaurant "ARA", wo wir wieder ein formidables Menü genießen.

 

Morgen wollen wir unsere Zelte in Spanien abbrechen und nach Gruissan in Frankreich fahren. Nach so vielen tollen, neuen Eindrücken möchten wir uns zum Abschluss unserer Reise noch ein paar Tage am Meer mit Austern, Muscheln und Markt gönnen. Einfach noch ein bisschen abhängen und nix tun.

Unser Fazit für Spanien:

 

Wir haben ein neues Land für uns entdeckt. Zwar kannten wir Spanien von früheren Urlauben auf den Kanaren und von unseren Tagesausflügen bei Aufenthalten in Südfrankreich, hatten aber nie so richtig Feuer gefangen. 

Die Regionen, die wir auf dieser Reise kennen lernen konnten, waren dagegen ein regelrechtes Aha-Erlebnis. 

Nette, hilfsbereite Menschen, schöne und gepflegte Campingplätze, grandiose Landschaften, angemessene bis günstige Preise.

Katalonien muss in diesem Jahr noch auf uns warten, aber wir kommen bestimmt wieder auf die Iberische Halbinseln. Zu entdecken gibt es noch mehr als genug. In diesem Sinne "Hasta la proxima"


Donnerstag, 28. Mai 2015: Auf dem Weg ins Languedoc/Frankreich

Heute geht es in Etappen leider wieder in Richtung Heimat. Gegen 10.30 Uhr kommen wir los, nachdem wir hier in Aragonien wunderschöne Urlaubstage verbringen konnten und freundlich verabschiedet werden.

Über Ainsa und das Tal des Cinca fahren wir in Richtung Frankreich. 396 Kilometer bis zum Mittelmeer liegen heute vor uns. 

Die Strecke bis Bielsa kennen wir ja schon, aber danach müssen wir uns über 10% Steigung auf 1.700 Meter hinauf schrauben. Unser Diesel kommt ganz schön ins Schnaufen. Auch im drei Kilometer langen Tunnel, der Spanien mit Frankreich verbindet, geht es zunächst noch bergauf, so dass wir auf 1.850 Metern in Frankreich ankommen. Ein beeindruckendes Panorama erwartet uns hier.

Et voilá - nun sind wir wieder in Frankreich und weiter geht es mit dem Reisebericht hier: